Matthiasstollen Tafel  

Schaubergwerk Sunnpau - St. Veit im Pongau

In einer knappen Stunde können rund 4000 Jahre Bergbau "erlebt" werden. Von den urzeitlichen Anfängen mit Steinschlägel, Holzkeil und Feuersetzung über den Erzabbau mit Schlegel und Eisen bis hin zum Einsatz des Schwarzpulvers. Wahrscheinlich reicht der Beginn dieses Bergbaues zurück bis in die Jungsteinzeit - es ist eines der ältesten Bergwerke in Salzburg.

Einzigartig: in Mitteleuropa ist kein zweites prähistorisches Bergwerk bekannt, wo man nur mit der Feuersetzung so weit in den harten Dolomit (zu sehen in der "Großen Halle" und im Matthiasstollen) vorgedrungen ist.

Im Mittelalter im 14. Jhd. wurde wieder mit dem Abbau begonnen. In St. Veit war ein reger Bergbaubetrieb, in 19 Gruben wurden im Jahre 1543 ca.50 Tonnen Kupfererz abgebaut.

Die St. Veitner Bergbauern waren Zulieferbetriebe, man benötigte das Kupfer als Zusatzprodukt für die Tauerngoldschmelze in Lend, das damals Hirschfurt hieß. Die Besitzer unseres Bergwerkes waren das Salzburger Erzbistum und das Gasteiner Gewerken Geschlecht „die Weitmoser“.
Ab der zweiten Hälfte des 16. Jhd. ging der Tauerngold Abbau stark zurück. Es gab nur mehr sinkende Produktionszahlen. Dadurch benötigte man auch kein Kupfer mehr für die Goldschmelze, wahrscheinlich war nicht nur das Versiegen der Erzgänge, sondern auch der Wassereinbruch in den tieferen Stellen der Bergbaue daran schuld. Der Abbau im Sunnpau wurde im 17. Jhd. eingestellt.

  Grubenlampe 1700 Jahre alt

Im 18. Jhd. wurde der Sunnpau im Auftrag von Kaiserin Maria Theresia wieder in Betrieb genommen. Der Abbau im Sunnpau wurde aber erst um 1875 eingestellt, da es sich wirtschaftlich nicht mehr gelohnt hatte.

Bei der Wiedergewältigung in den Jahren 1990 bis 2006 des teilweise verstürzten Stollensystems wurde 1996 das Grab eines 1000 bis 1100 v. Chr. im Berg bestatteten Bergmannes mit Grabbeigaben (Keramikgefäße, bronzene Lanzenspitze, Fuchskopf) gefunden. Eine Körperbestattung in der "Urnenfelderzeit", noch dazu im Berg, ist einmalig. Eine Rekonstruktion des Grabes ist im Schaubergwerk, die Skelettteile und die Grabbeigaben sind im Seelackenmuseum zu besichtigen. Zwei Jahre nach der Eröffnung des Schaubergwerkes wurde im Jahre 2009 vom jetzigen Kustos und seinen Kollegen in einer Wasserlacke eine 1700 Jahre alte Grubenlampe aus Ton gefunden.